Franz Helfersdorfer – „Bouquet Viennois“

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Hörbeispiel

Pressetext

Das Gitarrespiel, welches in Wien spätestens im 17. Jahrhundert Wurzeln gefasst hatte, erfreute sich ab 1800 zunehmender Beliebtheit, und fand nunmehr in alle gesellschaftlichen Schichten der Bevölkerung Eingang. Auf Wiener Boden setzte zu dieser Zeit eine wahre Hochblüte der Gitarrekunst ein. Die Gestaltung der Geschichte der Gitarre lag zu dieser Zeit vorwiegend in italienischer und spanischer Hand. Die Saitenkünstler waren allerdings auf Grund mangelnder Gunst und Förderung in ihrer Heimat oftmals dazu gezwungen, im Ausland tätig zu werden. Wien bot sich ihnen nicht nur als kunstsinnige, sondern auch profitable Wirkungsstätte im Herzen Europas an. 

Neben Niccoló Paganini (1782-1840), dem die Gitarrebearbeitung W. A. Mozarts (1756-1791) „Lá ci darem la mano“ zu verdanken ist, zählte der italienische Gitarrevirtuose Mauro Giuliani (1781-1829) zu den schillerndsten Künstlerpersönlichkeiten der Musikmetropole. Der Solist, Lehrer und Komponist ließ sich in den Jahren 1806 bis 1819 in Wien nieder, wo er bald seine größten Erfolge feierte und die Wertschätzung Schuberts, Beethovens, v. Weberns sowie anderer Komponisten genoss. 1808 entstand seine einzige klassische Sonate in drei Sätzen: Die Sonate op. 15 in C-Dur.

Der in Pressburg/Bratislava geborene Johann Kaspar Mertz (1806-1856) kam im Jahr 1840 nach Wien, wo er sehr bald mit seinen Kompositionen für Gitarre sowie als Virtuose Anerkennung fand. Unter dem Einfluss der Klavierwerke romantischer Meister entwickelte Mertz eine charakteristische Klangsprache für das Instrument, die zum damaligen Zeitpunkt im besten Sinne als modern galt. Sein sublimes Gefühl für die Gitarre spiegelt sich aber auch in seinen Arrangements wider, wie „Das Fischermädchen“ von Franz Schubert besonders schön veranschaulicht.

Die Karriere des Geigers Johann Strauss (1804-1849), Vater des gleichnamigen „Walzerkönigs“, nahm in den Bierstuben Wiens, wo er gemeinsam mit Joseph Lanner zu hören war, ihren Anfang. Auf einer der vielen Konzertreisen die Strauss ab 1830 quer durch Europa unternahm, traf er in Frankreich den Gitarristen Napoléon Coste (1806-1883), der sich für die gelungenen Gitarrearrangements der „16 Valses Favorites de Johann Strauss“ verantwortlich zeichnet. —Susan Milford

Tracklist „Bouquet Viennois“

  • Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): aus „Don Giovanni“
    • 1 Lá ci darem la mano

      Wolfgang Amadeus Mozart

      [3:55]

  • Mauro Giuliani (1781-1829): Sonata OP. 15
    • 2 Allegro con spirito

      Mauro Giuliani

      [5:45]

    • 3 Adagio con grande espressione

      Mauro Giuliani

      [5:11]

    • 4 Allegro vivace

      Mauro Giuliani

      [2:55]

  • Johann Kaspar Mertz (1806-1856): aus „Bardenklänge Op. 13“
    • 5 Unruhe

      Johann Kaspar Mertz

      [2:12]

    • 6 Liebeslied

      Johann Kaspar Mertz

      [4:12]

    • 7 Capriccio

      Johann Kaspar Mertz

      [1:57]

    • 8 Lied ohne Worte

      Johann Kaspar Mertz

      [3:13]

    • 9 Scherzo

      Johann Kaspar Mertz

      [2:28]

  • Johann Strauss (1804-1949): aus „16 Valses Favorites“
    • 10 Walzer 1

      Johann Strauss

      [1:12]

    • 11 Walzer 2

      Johann Strauss

      [1:35]

    • 12 Walzer 3

      Johann Strauss

      [1:19]

    • 13 Walzer 4

      Johann Strauss

      [1:18]

    • 14 Walzer 5

      Johann Strauss

      [1:04]

    • 15 Walzer 6

      Johann Strauss

      [1:21]

    • 16 Walzer 7

      Johann Strauss

      [0:42]

  • Franz Schubert (1787-1828):
    • 17 Das Fischermädchen

      Franz Schubert

      [2:10]

Release-Info „Bouquet Viennois“

Release-Date:
2007
Label:
Klangbouquet
Catalog:
KB 0701
Gitarre:
Franz Helfersdorfer
Produktion:
Heinrich Mader
Gitarrenmodell:
nach Santos Hernández 1924, gebaut von Tobias Braun
Gestaltung:
ccbee